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Der Strauß ist der größte Vogel der Welt, kann aber aufgrund der Rückbildung seiner Flügel nicht fliegen, obwohl sein Vorfahre, die Straußenechse vor 40 Millionen Jahren dazu in der Lage war. Zum Ausgleich besitzt der Strauß sehr kräftige Beine, mit denen er Geschwindigkeiten bis über 60km/h erreichen kann. Er ist der einzige Vogel mit nur 2 Zehen und die fingerlange Kralle der großen Zehe ist seine gefährlichste Waffe. Er tritt immer vorwärts! Strauße sind polygam, leben also meistens mit einer Haupthenne und mehreren Nebenhennen zusammen. Strauße sehen sehr gut. Mit ihrem periskopartigen Hals können sie Bewegungen bis zu 3,5km Entfernung erkennen. Das dichte Gefieder schützt Strauße vor Kälte und trotz fehlender Fettdrüse auch vor Nässe. Sie leben in vielen Teilen der Welt in unterschiedlichsten klimatischen Verhältnissen. Sie müssen sich bei uns nicht, wie immer wieder behauptet, an für sie lebensfeindliche Bedingungen anpassen. Selbst im südlichen Afrika sind sie im Winter manchmal starkem Nachtfrost und oft heftigen Niederschlägen ausgesetzt.



   Rothalsstrauß           Schwarzhalsstrauß    Blauhalsstrauß


Straußenrassen

Der Rothalsstrauß lebt überwiegend in der freien Wildbahn. Er ist das größte Mitglied der Straußenfamilie und der eigentliche Wildstrauß. Die Hähne zeichnen sich durch eine rosarot bis kräftig rot gefärbte Haut an Hals und Oberschenkeln aus. Kommerziell wird diese Rasse nur wenig genutzt, weil sie sehr aggressiv und nicht sehr produktiv ist.
Beim Schwarzhalsstrauß handelt es sich um die kleinste der 3 Straußenrassen. Schwarzhalsstrauße erkennt man am grauen Hals und an den ebenfalls grau gefärbten Beinen. Schwarzhalsstrauße besitzen besonders hochwertige Federn und Leder. Sie werden deshalb in Südafrika vorwiegend zur Feder- und Ledergewinnung gezüchtet.
Der Blauhalsstrauß ist etwas größer als der schwarzhalsige Artgenosse. Die Hähne haben während der Paarungszeit einen rot gefärbten Schnabel und ebenfalls bis zum Knie rote Beine. Blauhalsstrauße setzen mehr Fleisch an als Schwarzhalsstrauße und kommen bevorzugt in der Fleischproduktion zum Einsatz.

Rothalshähne können bis zu 3m groß werden. Sie haben vor allem in der Paarungszeit einen stark rötlichen Hals und rote Beine. Die Blau– u. Schwarzhalshähne sind nicht ganz so groß. Auch sie haben in der Paarungszeit rote Beine und einen roten Schnabel. Die Hähne haben ein schwarzes Federkleid mit weißen Flügelfedern. Straußenhähne können während der Paarung sehr aggressiv werden, die Hennen hingegen sind friedlich. Sie sind stets grau gefiedert und erreichen meist ein Gewicht von bis zu 120 kg, die Hähne können bis zu 150 kg schwer werden.

Haltung

In der heutigen Zeit leben mehr als 85% der weltweiten Straußenpopulation auf Farmen oder in Tiergärten.Vor allem in Afrika, den USA, Israel und Australien befinden sich riesige Farmen. Die kommerzielle Straußenzucht hat ihren Ursprung in Südafrika. Dort begannen die ersten Farmer um 1860 mit der Straußenhaltung. Bis zum ersten Weltkrieg wurden große Mengen Straußenfedern nach Europa exportiert. Nach dem Krieg verloren die Federn ihre Bedeutung und das Straußenleder war gefragt. Straußenfleisch war lange Zeit für die Straußenzucht uninteressant. Erst um 1980 nahm seine Bedeutung zu, weil die Nachfrage nach diesem als fett- und cholesterinarm geltendem Fleisch anstieg.
Die ersten Strauße wurden 1906 von Karl Hagenbeck nach Deutschland gebracht und seit etwa 15 Jahren haben sich bei uns zahlreiche Straußenfarmen entwickelt.
Neben Deutschland werden in 50 weiteren Ländern der Erde Strauße gehalten. Allerdings ist das südliche Afrika nach wie vor das Zentrum der Straußenzucht. Die Straußenhaltung in Deutschland hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Möglich wurde dies auch durch den steigenden Verbrauch an Straußenfleisch, welches besonders während der BSE-Krise als Alternative zum Rindfleisch gesehen wurde.
Bei uns lassen sich Strauße mit dem nötigen „Know How“ gut halten. Sie kommen bestens mit den klimatischen Bedingungen zurecht. Sie toben sich im Schnee genauso gern aus wie im Sommer auf einer grünen Weide. Im Sommer fressen die Tiere viel frisches Gras. Zusätzlich bekommen sie eine Futtermischung aus Getreide, Mais, Grascops, Zuckerrübencops und Heu. Außerdem mögen  sie auch Äpfel und Salat ganz gerne.
 

Zucht

In der Regel werden 2 Hennen und ein Hahn als Zuchttrio gehalten. Während der Legesaison  von März bis September, legt jede Henne 40 - 50 Eier. Der Legeabstand zwischen 2 Eiern beträgt meist 2 Tage. Die Eier haben ein Gewicht von 1,2 bis maximal 2 kg und entsprechen etwa 25 Hühnereiern.
Sie werden täglich eingesammelt, und können bis zu 2 Wochen aufbewahrt werden bis sie in den Brutschrank gelegt werden. Würde man die Eier nicht einsammeln, so würden die Hennen bei ca. 15 bis 20 Eiern im Nest das Legen einstellen und das Trio mit der Brut beginnt, wobei der Hahn in der Nacht und die Haupthenne am Tag brütet. Die Brutdauer beträgt 42 Tage. Danach sind Strauße liebevolle und fürsorgliche Eltern und führen die Kücken 4 - 8 Monate lang.
Die Küken haben ein Geburtsgewicht von 700 bis 900 Gramm und sind in den ersten zwei Lebenswochen sehr empfindlich. Nach dieser Zeit kann man sie wachsen sehen. Bei der Geburt sind sie ca. 25 cm groß, mit 6-8 Monaten haben viele die 2 Meter überschritten. In den ersten Wochen sind sie gegenüber Nässe empfindlich, Kälte macht ihnen weniger aus, es darf nur der Unterleib nicht auskühlen, weil die Verdauung dann nicht mehr richtig funktioniert.


Schlachtung

Das optimale Schlachtalter von Straußen liegt, je nach Rasse zwischen neun und 16 Monaten. Der als optimale Fleisch-Rasse geltende „Zimbabwe Blue” oder „Zimbabwe-Blauhals” erzielt bei einem Schlachtalter von etwa 10 Monaten und einem Lebensgewicht von mindestens 100 kg durchschnittlich über 40 kg ausgebeintes Fleisch.
Die Schlachtung selbst ist völlig unproblematisch. Strauße werden in der Regel elektrisch betäubt und nur ausnahmsweise bzw. bei Hofschlachtung durch Bolzenschuß. Nach dem Ausbluten werden die Tiere gerupft, mit Wasser abgespritzt und gehäutet. Dabei ist es sehr wichtig, die Haut nicht zu beschädigen. Danach wird der Schlachtkörper ausgenommen und in zwei Hälften geteilt. Auch das Entbeinen der Schlachthälften stellt für einen Metzger kein Problem dar. Schwierig ist dagegen das fachgerechte Zerlegen, da aus jeder Hälfte 17 Muskel einzeln herausgelöst werden müssen, die den Qualitäten Filet oder Steak bzw. Braten zugeordnet sind. 

 
Vermarktung

Der Strauß wird so vollständig verwertet wie kein anderes Nutztier. Das Fleisch ist nicht nur sehr schmackhaft, sondern auch extrem fett- und cholesterinarm. Aus der Haut wird hochwertiges und  teueres Leder gegerbt, die Federn finden Käufer in der Modebranche, in der Kfz- und Computer-Industrie und im Floristik- und Bastelbereich. Eier dienen als Speise- oder ausgeblasen als Schmuckeier. Scherben von Schlupfeiern werden zu Modeschmuck oder gemahlen in der Therapie eingesetzt. Verwertet werden schließlich auch Schnabel, Zehenkralle, Fett und Knochen.

Weitere Informationen über Straußenzucht und Haltung finden Sie im Internet bei den beiden Verbänden
Bundesverband Deutscher Straußenzüchter e.V“    und
„artgerecht eV - Berufsverband Deutsche Straußenzucht“  
unter folgenden Links: 

            www.straussenzuechter.de
            www.artgerechte-straussenzucht.de

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